Eine kleine Ausfahrt mit E-Type, Pagode, Corvette, 190 SL und 911er

Drei Stunden – fünf klassische Automobile. Selten bietet sich die Möglichkeit, in kurzer Zeit so unterschiedliche Fahrzeuge fahren und direkt miteinander vergleichen zu können. Am Samstag bot sich die Gelegenheit mit Autos ohne elektronische Helferlein aus der Klassikstadt Frankfurt die Beinmuskulatur zu stärken und ich habe sie genutzt.

Die Ausfahrt mit E-Type, Pagode, Corvette, 190 SL, Porsche 911 Targa und weiteren Klassikern wie Ford Capri, Käfer Cabrio und 944 führte in die Wetterau durch kleine Dörfer und kurvige Landstraßen zur Ronneburg und zurück zur Klassikstadt.

Den Anfang machte ein Mercedes 280 SL aus dem Jahr 1964. Auch wenn die rote Innenaustattung nicht ganz mein Fall ist, so passt sie gut zur weißen Außenfarbe. Und sitzt man erst mal drin, sieht man das rot ja gar nicht mehr.

Die Pagode ist der ausgewogene Alltagsklassiker: Komfortabel und wunderbar, um zu cruisen. Die Automatik schaltet sanft und es ist genug Power da, um im Verkehr mitzuschwimmen. Mein Favorit in diesem Vergleich.

Es folgte die Corvette C3 Stingray. Ein echter Krawallbruder aus dem Jahr 1974. Bevor man sie sieht, hört man sie. Der V8 hat immer genug Kraft für die Landstraße und ist dank Targadach auch perfekt für Frischluftfanatiker. Die Corvette hat einen tollen Motor, ist etwas zu laut und vom Fahrwerk naja. Das richtige für alle, die gerne geradeaus fahren oder nachts im Bahnhofsviertel unterwegs sein wollen.

Ganz anders der 1969 gebaute Jaguar E-Type. Er versprüht deutlich mehr Eleganz. Ein Auto, mit dem ich mich bisher allerdings wegen seiner Form nicht richtig anfreunden konnte.

Im Vergleich ist er der einzige Wagen mit festem Dach. Das machte ihn bei feinstem Sommerwetter, knapp 30 Grad, zum Backofen. Trotz des engen Cockpits und der höheren Temperaturen im Innenraum kann er bei den Fahrleistungen punkten. Er lässt sich gut schalten, mit dem Sechszylinder sehr angenehm fahren, aber ich kann ihn nicht wirklich einordnen. Irgendetwas fehlt. Vielleicht muss er mal ausführlicher getestet  werden.

Endlich wieder offen fahren – im 190 SL. Schon bevor ich einstieg, war der 1961 gebaute Mercedes der Sieger in der Kategorie Design. Aus meiner Sicht der schönste Klassiker im Vergleich. Leider ist er nicht ganz so agil. Der Motor ist etwas schwach und die Straßenlage (eine Mischung aus Fahrwerk und sehr weicher Polsterung) ist nur für gemütliche Fahrten ausreichend. Trotzdem ein toller Wagen.

Der letzte im Vergleich: Ein Porsche 911 Targa. Gefühlt ist er der sportlichste Wagen im Vergleich. Der 2,4 Liter Boxer macht Laune und Kurven sind auch kein Problem. Die Schaltung will behutsam behandelt werden und die Kupplung braucht Druck. Dank Targadach ist er nicht zugig aber angenehm belüftet.

Mein Fazit?
Es gibt so viele interessante Oldies und ich konnte in diesem Vergleich nur fünf Exemplare antesten. Die Pagode ist meine Empfehlung. Ein guter, einfach zu fahrender Alltagsklassiker. Hier passt einfach alles. Die Corvette hat einen tollen Motor, eignet sich aber eher für jemanden, der auffallen möchte. Der 190 SL hat die schönste Form, in der Fahrleistung ist er seinem jüngeren Bruder aber klar unterlegen. Die Beurteilung des E-Type fällt mir schwer. Zwar haben er und ich dasselbe Alter aber irgendwie sprang der Funke nicht über. Bliebe noch der 911. Er ist definitiv der agilste und sportlichste im Vergleich. Allerdings ist er von den Fahrleistungen – und hier muss ich den Vergleich mal kurz erweitern – im Vergleich zum 6er etwas lahm.

Das eigentliche Fazit lautet daher: Es ist toll, wenn man mal über den Tellerrand hinausschauen kann und fünf sehr schöne Autos testen kann. Mich hat die Ausfahrt darin bestärkt, das der richtige Oldi für mich der 635 ist. Wie sagt der Rheinländer doch so schön: Jedem Tierchen sein Pläsierchen…

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